Die Wunderwelt der Bohnen
60 Bohnensorten: Edith Wallner


Die Leidenschaft ist spürbar, wenn Edith Wallner aus Prenning ihre Bohnen präsentiert. In zwei hölzernen Setzkästen bewahrt sie rund 60 verschiedene Bohnensorten, fein säuberlich sortiert und beschriftet auf. Ein wahrer Schatz, den sie in mühevoller Arbeit in den letzten Jahren zusammengetragen und geordnet hat. „Das sind alles Stangenbohnen“ bemerkt Wallner so nebenbei, zusätzlich befinden sich noch rund 20 verschiedene Buschbohnen-Sorten in ihrem Besitz.

Um die Übersicht nicht zu verlieren muss das Namenstaferl immer bei den Bohnen bleiben, ob im Garten oder bei der Aufbewahrung während der kalten Jahreszeit in einem eigenen Raum. Viele Bohnen hat sie von Ausflügen und Urlauben mit nach Hause gebracht, etliche stammen von aufgelassenen Gärten aus der Region und hier leben die letzten Besitzerinnen dann als Bohnennamen weiter.

 Wenn das Frühjahr ins Land zieht wird der Großteil der Bohnensorten wieder ausgepflanzt. Das ist wichtig, um neues, vitales und der Region angepasstes Saatgut zu erhalten. Als Rankgerüst werden 4 – 5 Meter lange Holzstangen (daher der Name) verwendet. Rund um die Stange werden 6 bis 7 Bohnen in die Erde gesteckt, meist Käferbohnen mit anderen Stangenbohnen kombiniert.

Die in der Steiermark weithin bekannten und beliebten Käferbohnen bilden kräftige Triebe, die den anderen Stangenbohnen als ideale Rankhilfe dienen.Um die jungen Triebe Anfang Mai vor gefräßige Schnecken zu schützen sind am Hof neben Schafen, Pferden und Hühnern auch einige Laufenten zuhause, die ihre Aufgabe wunderbar erfüllen.

Sind die Bohnenpflanzen rund 20 cm hoch werden sie angehäufelt und dann auch regelmäßig gedüngt. Natürlich nur mit Naturdünger wie verdünntem Hühnermist. Der Boden unter den jungen Stangenbohnen wird mit Grasschnitt gemulcht und jedes Jahr der Pflanzplatz verändert um den Boden zu schonen. Im Herbst wird dann abgelegener Stallmist in den Gartenboden eingearbeitet.

Obwohl sie ein Faible für Bohnen hat werden in ihrem Bauerngarten noch: Salat, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Spitzkohl, Tomaten, Zucchini, Kürbisse, Dinkel, Roggen und rund 30 Kartoffelsorten angebaut. Alles alte, samenfeste Sorten, die selbst vermehrt werden.

Gemeinsam mit ihrem Mann Anton Großegger wird der Hof möglichst naturnah bewirtschaftet, sogar das über 400 Jahre alte Bauernhaus, das jahrzehntelang leer stand wurde liebevoll reaktiviert und den heutigen Wohnanfordernissen angepasst.

 Dass Edith Wallner auch die alte Kunst des Brotbackens versteht zeigt sie bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen im Freilichtmuseum Stübing, wo ein alter Lehmbackofen von ihr regelmäßig zum Leben erweckt wird.


Alles rund um Edith‘s Bohnen erfahren Sie
bei folgenden Ausstellungen:

 27. / 28. April 2019: Botanischer Garten Graz
1. Mai 2019: Freilichtmuseum Stübing
4. Mai 2019: Pflanzerlmarkt Deutschfeistritz
5. Mai 2019:
Baumschule Ecker Grambach
11./12. Mai 2019: „Angarteln“ Frohnleiten