Christine Fellner 
Kräuterbäuerin


Ich wurde auf einem Bergbauernhof hoch über dem Übelbachtal geboren. Während meiner Kindheit waren meine Eltern mit ihrem Hof noch echte Selbstversorger. Es gab einen großen Hausgarten, der von meiner Mutter mit viel Liebe und einem echten „grünen Daumen“ bearbeitet wurde.

Das Brotgetreide wuchs auf den eigenen Äckern. Wiesen und Äcker lieferten auch das Futter für unsere Rinder, die Schweine und das Geflügel. Bei diversen Unpässlichkeiten in Haus und Stall wussten sich meine Eltern sehr gut mit Naturmitteln zu helfen.

Glücklich und fasziniert von diesem Leben, wäre es auch mein Ziel gewesen, einmal Bäuerin zu werden.

Mit einer Landwirtschaftlichen Fachausbildung wurde dafür der Grundstein gelegt, doch es verging ein ganzes Technikerin-Berufsleben, bis ich mich wieder voll der Natur und den Kräuter widmen kann. Meine Familie und ich besitzen seit vielen Jahren eine kleine Landwirtschaft. Sie ist an einem herrlichen Platz mit viel Sonne gelegen, ist ziemlich windgeschützt und liegt abseits der großen Verkehrswege.

Unsere Wiese wird nicht gedüngt. Wir mähen das Gras auf unserem Hang nur einmal im Jahr. So hat sich ein ganz besonderer Schatz an Pflanzen und Wildkräutern angesiedelt. Uns ist die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt ganz wichtig. Viele dieser Pflanzen, die auf unserem Grundstück wachsen, sammle und verarbeite ich schon seit Jahren.

Vor allem Wildkräuter sind zu meiner Leidenschaft geworden!

Eines meiner großen Anliegen ist es, das Image „UN-Kräuter“ ins Positive zu verkehren. Ob Brennnessel, Giersch, Gänseblümchen, Gundelrebe, Löwenzahn, Schafgarbenblätter oder Spitzwegerich, usw. - die Menschen sollen wissen, sollen erkennen, welche große Kraft in diesen einheimischen Alltags-Pflanzen steckt. Wie wertvoll Wildpflanzen für uns als Nahrung, in der Körperpflege und zur Stärkung unseres Immunsystems sind, dafür möchte ich das Bewusstsein wecken.  
  

Eine Ausbildung zur TEH Praktikerin, den Lehrgang zur Traditionellen Europäischen Heilkunde, habe ich erfolgreich abgeschlossen.

Heilkunde bedeutet viel mehr als „Heil werden“ = gesund werden. Für mich liegt der Schwerpunkt in „Heil sein“ bzw. „Heil bleiben“.

  Dafür habe ich mir schon einiges an Wissen angeeignet, bin aber auch noch ständig am Lernen und dankbar, wenn mir Leute erzählen, wie sie sich mit natürlichen Mitteln gesund halten. Aus den Kräutern und Pflanzen, die ich ernte, erzeuge ich unter anderem in verschiedener Zusammensetzung, je nach Jahreszeit und nach verschiedenen Rezepturen:

Kräutersalz, Kräuteressig, Kräutersirup, Kräuterzucker, Tinkturen, Ölauszüge und Kräuterauszüge in Honig.

Bei mir gibt es auch Oxymel, das ist Sauerhonig = Kräuteressig mit Honig, eigentlich mehr ein uraltes Stärkungsmittel als ein Nahrungsmittel. Nach alten, erprobten Rezepten verarbeite ich Beeren und Früchte zu Marmeladen, Säften und Ansatzschnäpsen.

Mein Anspruch ist es, gesunde Lebensmittel zu verwenden, deshalb ist die Basis für mein Kräutersalz das Ausseer Bergkernsalz, ein echtes, unjodiertes Steinsalz. In meine Produkte kommt keine industrielle Zitronensäure hinein, stattdessen nehme ich Weinsäure oder Apfelsäure. Aus den getrockneten Kräutern entstehen Teemischungen mit verschiedener Zusammensetzung und Wirkung. Aber auch in Kräuterpölster werden meine duftenden Kräuter hübsch verpackt. Die Bienenwachstücher, die ich herstelle, sind eine Möglichkeit zur Reduzierung der Müllberge.

In Zusammenarbeit mit dem Obst– und Gartenbauverein Deutschfeistritz-Peggau gestalte ich im Jahr 2019 eine Vortragsreihe zu den Themen Wildkräuter und Nachhaltigkeit.

Die genauen Termine werden u. a. auf dem Veranstaltungskalender der Gemeinde bekanntgegeben. Weitere Infos gibt es auch am Samstag, dem 4. Mai 2019 beim 1. Pflanzerlmarkt am Marktplatz Deutschfeistritz. 

weitere Infos: Christine Fellner | 
www.zum-wohlsein.at